Beschreibung
Ein Eintauchen in die Welt der großen Stimmen der koreanischen Literatur.
Vom 4. bis zum 25. Juli 2026 beherbergt der Cloître Saint-Louis im Rahmen des Festivals von Avignon eine Ausstellungsbibliothek, die der koreanischen Literatur gewidmet ist.
Diese vom Koreanischen Kulturzentrum konzipierte und organisierte Bibliotheksausstellung befindet sich in den Gärten des Festivalgeländes und ist Teil der Feierlichkeiten zum 140. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen zwischen Korea und Frankreich. Sie lädt die Besucher dazu ein, den Reichtum und die Vielfalt einer Literatur zu entdecken, die seit mehr als siebzig Jahren die großen Veränderungen der koreanischen Gesellschaft begleitet.
Fast 250 Werke in koreanischer und französischer Sprache sind in einem frei zugänglichen Lesebereich versammelt und bieten einen außergewöhnlichen Überblick über die bedeutendsten Werke der modernen und zeitgenössischen koreanischen Literatur. Anhand von Romanen, Gedichtbänden, Essays und Theaterstücken beleuchtet der Rundgang jene Schriftsteller, die den Umwälzungen der koreanischen Geschichte – von der Befreiung 1945 bis hin zu den Fragestellungen der heutigen Welt – eine Stimme verliehen haben.
Die Ausstellung bietet zudem einen Überblick über die koreanische Literaturgeschichte, die geprägt ist von Krieg, der Teilung der Halbinsel, den Jahren der Diktatur, der Demokratisierung und den tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen des Landes.
Ein Bereich ist der Geschichte des koreanischen Theaters gewidmet, von den Traditionen des Pansori bis hin zu den aktuellen Trends im szenischen Schaffen. Die Besucher entdecken dort die engen Verbindungen zwischen Literatur, mündlicher Überlieferung und darstellenden Künsten, was auch das Programm des Festivals von Avignon widerspiegelt, das in diesem Jahr die koreanische Sprache in den Mittelpunkt stellt.
Ein besonderer Bereich würdigt Han Kang, die erste asiatische Preisträgerin des Nobelpreises für Literatur. Ihre Werke, die von den Themen Erinnerung, Körper, Gewalt und Resilienz durchzogen sind, zeugen von der universellen Bedeutung der koreanischen Literatur heute.
Der Rundgang setzt sich mit einer literarischen Reise durch Korea fort, die verschiedene Regionen des Landes und die Schriftsteller*innen beleuchtet, die ihnen eine einzigartige Stimme verliehen haben. Von Seoul bis Jeju, von Gangwon bis Jeolla offenbart jede Region eine ganz eigene Landschaft, Erinnerung und Sensibilität.
Als Ort der Entdeckung, der Begegnung und des Dialogs konzipiert, lädt diese Bibliothek jeden dazu ein, frei in den Werken zu blättern, neue literarische Horizonte zu erkunden und sich auf die großen Stimmen Koreas einzulassen. Zwischen Geschichte und Kreativität, Erinnerung und Fantasie bietet diese Bibliotheksausstellung eine einzigartige Gelegenheit, eine Literatur zu entdecken, die nicht nur von Korea erzählt, sondern auch universelle und zutiefst menschliche Fragen aufwirft.





