Beschreibung
Bevor der Titel „Rigoletto“ auf die Partitur gesetzt wurde, hatte Verdi zwei andere Titel in Betracht gezogen: „Der König amüsiert sich“ und „Der Fluch“. Allein diese verworfenen Titel offenbaren das tragische Wesen des Werks.
Die Handlung spielt am Hof von Mantua, wo die Vergnügungen in Raserei ausarten; die Höflinge, hin- und hergerissen zwischen dem Rausch der Vergnügungen und der Angst, das nächste Ziel des Herzogs zu werden, werden von Rigoletto, dem grausamen Hofnarren, der die sozialen Hinrichtungen inszeniert, aufgepeitscht. Rigoletto selbst ist innerlich gespalten. Auf der einen Seite steht der zynische Hofnarr, der sich auf Kosten anderer vergnügt; auf der anderen Seite der liebevolle, aber unterdrückende Vater, der seine Tochter Gilda in einer erstickenden Unschuld gefangen hält. Als also der Fluch des alten Monterone, der vom Herzog gedemütigt und beraubt wurde, hereinbricht, trifft er den Hofnarren. Indem Rigoletto sich weigert, sich in diesem Doppelgänger des geschundenen Vaters wiederzuerkennen, besiegelt er sein Schicksal und wird zum Schöpfer seines eigenen Unglücks.
Rigoletto erzählt von drei dysfunktionalen Liebesbeziehungen, die Gilda letztendlich alle zerstören werden. Da ist die „flüchtige Liebe“ des Herzogs, die den Worten ihren Sinn nimmt; die „erdrückende“ Liebe Rigolettos, die eher erstickt als schützt; und schließlich die „aufopfernde“ Liebe Gildas, die von Fantasien und Trugbildern genährt wird. Dieses Opfer der romantischen Heldin gilt es im Lichte unserer Zeit neu zu betrachten und dabei ihre Auswüchse zu hinterfragen: Was gleicht es aus, wenn nicht das Versagen einer Welt, in der Liebe mit Besitz und Tod verschmilzt?
Melodramma in drei Akten von Giuseppe Verdi (1851)
Libretto: Francesco Maria Piave nach „Le roi s’amuse“ von Victor Hugo
Gesungen auf Italienisch, mit französischen Übertiteln – Editions Casa Ricordi






