Beschreibung
Mit „Die Entführung aus dem Serail“ entführt Mozart das Publikum in eine lebendige und zutiefst menschliche Welt. Weit mehr als nur ein orientalisches Kulisse bietet die Oper eine ganze Galerie farbenfroher Figuren, in deren Spiel sich Leidenschaft, Humor und gesangliche Virtuosität vermischen.
Konstanze heldenhafte Elan trifft auf Blondchens sprühende Energie, während Osmin eine unwiderstehliche komische Note beisteuert, die den ganzen Reiz des Werks ausmacht.
Diese Partitur, die zu einem entscheidenden Zeitpunkt im Leben des Komponisten entstand, offenbart bereits eine sprudelnde musikalische Fantasie und einen bemerkenswerten Sinn für das Theater. Mozart spielt darin mit Stilen, Rhythmen und Emotionen und schafft so ein Werk, das zugleich zugänglich, brillant und zutiefst ausdrucksstark ist.
Diese als „zeitgenössisches Märchen“ konzipierte Fassung bleibt der von Unruhe durchdrungenen Heiterkeit des Originals treu. Der Serail erscheint hier weniger als exotische Kulisse, sondern vielmehr als goldener Käfig, ein sich wandelnder Raum, in dem soziale Hierarchien und Machtverhältnisse ins Wanken geraten. Kontrastreiche Kostüme, die stilisierte Eleganz der Herren, die fast karnevaleske Energie der Diener und eine sich wandelnde Bühnenbildgestaltung spiegeln diesen Reigen der Rollen wider.
„Die Entführung aus dem Serail“ feiert die Kraft der Gefühle, die Entscheidungsfreiheit und die Treue zu sich selbst. Eine strahlende und kühne Oper, die nach wie vor durch ihre Frische, ihre Intelligenz und ihre unwiderstehliche Lebendigkeit besticht.
Oper in drei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart (1782)
Libretto: Gottlieb Stéphanie nach einem Stück von Bretzner
Gesungen auf Deutsch, mit französischen Übertiteln – Bärenreiter-Ausgabe





